„Nur gemeinsam können wir es schaffen!"
Trotz der Enttäuschung der Fruchtgroßhändler über die jüngste Gebührenerhöhung ....
... auf dem Betriebsgelände der Großmarkthalle München für die Jahre 2027 bis 2029 sollen die gemeinsamen Bemühungen der Händlerschaft und des Kommunalreferats die Zukunft des Großmarkts prägen. Das betont der Verband des Bayerischen Frucht-Import und -Großhandels e.V. in Reaktion auf die Entscheidung vom vergangenen Donnerstag, die Gebühren gestaffelt um 12,5 Prozent, 11,5 Prozent und 10,5 Prozent anzuheben – kumuliert rund 38,6 Prozent.
„Wir haben die Erhöhung klar abgelehnt und unsere Bedenken zu Kalkulation, Zeitpunkt, Standortunsicherheit und wirtschaftlicher Zumutbarkeit in unserer Stellungnahme vom 30. September 2026 dargelegt“, so Günther Warchola, Präsident des Verbandes des Bayerischen Frucht-Import und Großhandels e.V. „Die Händler tragen seit Jahren die Folgen von Sanierungsstau, Baustellen und einem gescheiterten Konzessionsverfahren für den Neubau. Die Gebühren waren zwar seit 2011 unverändert; eine Nachholung in dieser Form trifft aber Betriebe mit engen Spannen und befristeten Zuweisungen bis Ende 2030. Dennoch: Die Versorgung Münchens und der Region mit frischem Obst und Gemüse über die Großmarkthalle bleibt Teil der Daseinsvorsorge. Sie gelingt nur, wenn Stadt und Händlerschaft an einem Strang ziehen.“
In einer Stellungnahme von Dr. Alexander Dietrich, Erster Werkleiter des Kommunalreferats, vom 7. Oktober 2026 äußerte dieser zwar Verständnis für die Sorgen und Nöte der Fruchtgroßhändler, bestätigte aber den Zeitplan und die grundsätzliche Notwendigkeit eines Inflationsausgleichs. Gleichzeitig betonte Dietrich, dass ihm die Zukunft des Großmarktstandorts ein wichtiges Anliegen sei und er auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Mitgliedern setze. Der Verband sieht in dieser Aussage die Chance, den bereits vereinbarten persönlichen Austausch am 17. November 2026 im Kommunalreferat zu nutzen, um über die Offenlegung der Kostenrechnung, einen tragfähigen Übergangszeitraum und vor allem die Perspektiven für eine moderne, logistisch zeitgemäße Großmarkthalle zu sprechen.
„Eine Gebührenerhöhung allein löst das strukturelle Defizit nicht und belastet die Betriebe in einer Phase offener Standortfragen spürbar“, so Präsident Warchola weiter. „Entscheidend ist, dass die gemeinsamen Anstrengungen für das Projekt einer neuen Großmarkthalle im Mittelpunkt stehen. Die Händler sind bereit, einen angemessenen und transparent begründeten Beitrag zu leisten – aber nur im Rahmen einer belastbaren Perspektive, die Investitionen in Kühltechnik und Lager ermöglicht und den Großmarkt langfristig sichert. Nur gemeinsam können wir es schaffen, den Großmarkt München als einen der bedeutendsten in Europa zu erhalten und zukunftsfähig aufzustellen.“
Der Münchner Großmarkt wird als drittgrößter Obst- und Gemüsegroßmarkt Europas nach Paris und Barcelona bezeichnet. So ordnen ihn die Branchenorganisation Bundesverband der Frischemärkte und das offizielle Münchner Tourismusportal ein. Auf dem Großmarkt München schlagen weit über 100 Import- und Großhandelsunternehmen jährlich Tausende Tonnen Obst und Gemüse aus Dutzenden Ländern um. Inklusive weiterer Branchen generieren diese Unternehmen mit rund dreitausend Mitarbeitern einen Umsatz im Milliardenbereich und versorgen täglich eine Region mit 15 Millionen Menschen. Der Verband, in dem die Fruchtgroßhandelsunternehmen organisiert sind, vertritt diese Interessen und bleibt im Dialog mit der Stadt.
Über den Bayerischen Frucht- und Gemüsegroßhandelsverband e.V.
Im Verband des Bayerischen Frucht-Import und -Großhandels e.V. sind 72 Unternehmen aus allen Handelsbereichen des Obst- und Gemüsesektors organisiert. Der Verband vertritt die Interessen der Unternehmen in der Direktvermarktung, des Imports und Exports sowie des Groß- und Einzelhandels. Der Verband ist dem Deutschen Fruchthandelsverband (DFHV e.V.) angegliedert; der weitaus überwiegende Teil aller Umsätze bei frischem Obst und Gemüse in Deutschland entfällt auf die DFHV-Mitgliedsunternehmen.
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Günther Warchola
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